Ein Hotel im Wasserturm

Das Mövenpick Hotel Hamburg im Sternschanzenpark

Home / Weiterführende Infos / 14.09.2005

Blick in die Röhre

Der Umbau des Wasserturms im Schanzenpark in ein Hotel verläuft nach Plan: Die Wasserbehälter sind ausgebaut und im Inneren des Turms wächst der Erschließungskern in die Höhe. Ein Baubericht.

Fast 150 Jahre lag der alte Hochbehälter im Hügel des Schanzenparks verborgen. Seit Anfang des Jahres haben Bauarbeiter das Gewölbe mit dem quadratischen Grundriss komplett frei gelegt. An den vier Ecken können Parkbesucher schon heute durch Öffnungen in das mächtige acht Meter tiefe Backsteingewölbe blicken, das früher rund 6.000 Kubikmeter Wasser fasste. Jürgen Klein, Projektleiter der PATRIZIA Projektentwicklung GmbH: "Im Foyer des Hotels werden die Gäste die alten Backsteingewölbe in ihrer natürlichen Anmutung erleben - wir haben sie in langer Arbeit mit Sandstrahlern von Dreck und Teeranstrichen befreit. Die Unebenheiten und Risse sollen als Dokumente der Nutzungsgeschichte bewusst erhalten bleiben."

An der südlichen Ecke des freigelegten Gewölbes befindet sich in der Seitenwand eine weitere Öffnung. Hier wird im kommenden Jahr der neue Erschließungstunnel auf das alte Kellergewölbe stoßen. Ab Ende 2006 sollen dann die Hotelgäste und die Anlieferung von der Straße aus über den Tunnel direkt in das Foyer des Hotels gelangen können. Die Bauarbeiter haben bereits von der Straße Sternschanze aus bis zum alten Gewölbe den Hang abgetragen - ab Oktober wird hier mit dem Bau des Erschließungstunnels sowie einer unterirdischen Parkgarage begonnen.

Der Backsteinturm selbst hat sich bislang äußerlich kaum verändert. Im Inneren des Wasserturms wurden jedoch seit Beginn des Jahres die zwei riesigen Wasserbehälter, die Pumpenanlage und die Bodenplatten im Erd- und Obergeschoss ausgebaut. Danach konnten die Arbeiter im Kellergewölbe ein komplett neues Fundament gießen, in dem sie insgesamt rund 45 Tonnen Stahl verbaut haben.

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Seit Anfang September entsteht darüber der zentrale Erschließungskern für die Aufzüge und das Sicherheitstreppenhaus. In Tag- und Nachtschichten gießen die Arbeiter rund um die Uhr Beton in die Verschalungen - täglich wächst die Betonröhre um 4,5 Meter. Ende September wird der Schacht fertig sein und zwei Stockwerke aus dem Backsteinturm herausragen. Gleichzeitig errichten die Arbeiter auf der Fundamentplatte rund um den Schacht acht Pfeiler, die später die Geschosse des künftigen Hotels tragen. Anfang 2006 sollen alle zwanzig Etagen inklusive der Dachgeschosse fertig gestellt sein. Um Zeit zu sparen, werden viele Pfeiler und Decken als Fertigteile auf die Baustelle gebracht und dort montiert.

Sobald die ersten Geschosse im Inneren des Turmes eingezogen worden sind, schneiden die Bauarbeiter ab November 2005 die Fensteröffnungen in die Backsteinwände. Die neuen Fenster haben etwa die Proportionen der vorhandenen, werden aber etwas größer und für die ausreichende Belichtung auch mehr. Statt der Glasbausteine werden Schallschutz-Fenster eingesetzt. Der alte Treppenturm an der Außenwand des Turmes soll möglichst exakt in seinem jetzigen Zustand erhalten werden. Alle Baumaßnahmen am Baudenkmal Wasserturm wurden von der PATRIZIA in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz entwickelt.

Für die Anwohner werden sich Belastungen wie zur Abbruchzeit wohl nicht wiederholen. Damals mussten bis fünf Quadratmeter große Löcher in die eineinhalb Meter starke Fundamentwand des Wasserturms gebohrt werden. Diese Betonblöcke sind zum Teil durch Sprengen zerkleinert worden, was damals zu berechtigten Einsprüchen der Anwohner geführt hat. Während der nächsten Bauphase ist derlei aber nicht mehr vorgesehen, zu erwarten ist allerdings der unvermeidliche Anlieferverkehr mit LKW und Betonmischern über die Straße Sternschanze.



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